Mittwoch, 22. Juni 2016

Interessanter WDR Beitrag zum Thema Bestseller und Status Quo.

Wenn man nicht nur der Kunst und Freude halber, sondern auch aus wirtschaftlichen Interessen Geschichten schreibt, kommt man relativ schnell zu der Fragestellung: Wie schreibt man einen Bestseller? Gibt es eine Art "Bestseller-Formel"? Oder schlichter: Ist der Erfolg (für einen Anfänger) planbar? Auf der Suche nach der Antwort, die im übrigen noch nicht abgeschlossen ist, habe ich folgende interessante Dokumentation gefunden, die noch bis zum 8. Oktober 2016 beim WDR online sein wird:

Der Bestseller Code - WDR Doku

Natürlich beantwortet der Film die Frage nach dem Bestsellercode nicht, aber trotzdem fand ich den Beitrag mehr als sehenswert. Vor allem verdeutlicht er noch einmal, wie schwierig es Anfänger auf einem hart umkämpften Markt haben, vor allem, weil eine strukturierte Ausbildung für den Beruf des Autoren nicht vorhanden ist. Viele Wege führen zum Autorenberuf und letzten Endes kommt es auf den persönlichen Erfolg an, ob man belächelt oder anerkannt wird.

In der Konsequenz bedeutet das, dass man sich sein gesamtes Basiswissen und erste Erfolgserlebnisse selbst erarbeiten muss, bis man - durch Eigeninitiative, Outsourcing oder Glück - Hilfe von außen bekommt. Das kann ein Literaturagent sein, ein Lektor, oder ein ganzer Verlag.

Außerdem bedeutet es - bei allem Selbstbewusstsein, das auch Anfänger in der Regel haben - das Fehler unvermeidbar sind. Sebastian Fitzek erklärt das recht anschaulich in der oben verlinkten WDR - Reportage, so änderte er das Manuskript seines Debutromans nach einer fachlichen Begutachtung maßgeblich und kürzte es um 200 Seiten.

Ich bin überzeugt, dass mein Manuskript auch nicht für eine Verlagsveröffentlichung gereicht hätte, aber da ich mich für Self-Publishing zum Start meines Autoren-Daseins entschieden habe, ist das nicht weiter schlimm. Immerhin habe ich schon ein paar Exemplare verkauft, auch wenn sich der Erfolg noch in überschaubaren Grenzen hält. Ich sehe das Ganze als Lernphase und bin mir sicher, dass ich meine heutigen Arbeiten in ein paar Jahren bestenfalls belächele und schlimmstenfalls mit einem Gefühl betrachte, wie ich so etwas nur zu Papier bringen konnte.

Ansonsten bin ich mit der Entwicklung meiner Umsätze der letzten 90 Tage (siehe Grafik) ganz zufrieden, auch wenn es in den letzten Wochen etwas abflaute, was auf darauf zurückzuführen ist, dass ich aktuell in einem relativ zeitintensiven Projekt gebunden bin, das nichts mit dem Schreiben zu tun hat. Ich hoffe aber, dass ich mich zumindest in meiner Freizeit in Kürze wieder dazu komme, mich literarisch zu betätigen.

Die Verkäufe der letzten 90 Tage













Aus dem Feedback, dass ich für mein erstes Buch erhalten habe, haben sich viele wertvolle Erkenntnisse ergeben. Am meisten wünschen sich die Leser noch tiefer gehende Charaktere. Ich habe mich am Anfang nur auf die Handlung konzentriert und es bisher vermieden, den Leser in die Seelen meiner Hauptfiguren schauen zu lassen. Diesen Aspekt möchte ich in Zukunft weiter ausbauen. Aktuell beschäftige ich mich zunächst mit der Grundstruktur einer neuen Geschichte und werde die wichtigsten Figuren dann entsprechend mit einem tiefen Charakter auststatten. Ein interessanter Gedanke aus der Doku wird dabei mit einfließen: Man soll über das schreiben, was einen umgibt. Im Moment umgibt mich sehr viel ländliches Idyll in Norddeutschland, da ich aber kein Lyriker bin oder werden will, werde ich mich nicht über die Schönheit von Wäldern und Wiesen auslassen (Die allerdings wirklich sehr schön sind). Schaue ich mir allerdings die letzten 12 Jahre meines beruflichen Wirkens an, findet sich genug Inspiration. Ich habe sowohl einen NATO-Stab von innen gesehen, als auch wilde VIP-Parties in den schönsten Hotels und Clubs Europas veranstaltet. Ich war bei Führungskräftetagungen großer Konzerne in der Regie und hatte das große Glück so viele Destinationen für meine Arbeitgeber bereisen zu dürfen,  dass mir ein fast unerschöpfliches Portfolio an Handlungsorten, an denen ich mich auskenne, zur Verfügung steht. Egal ob New York, Paris, London, Prag, Budapest, Tel Aviv, Gibraltar, Barcelona, Rom oder Hong Kong, meine Geschichte kann die Protagonisten um den halben Globus schicken, ohne, dass ich eine aufwändige Recherchereise unternehmen müsste.

Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht.

Übrigens: Ab und zu poste ich auf Instagram unter Piusworld Bilder von schönen Dingen.

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Montag, 9. Mai 2016

Kostenlose Seminarreihe von Google: Kurzer Bericht und Fazit!

Digtal Workshop mit Google

Google bietet aktuell eine kostenlose Seminarreihe zum Thema digitales Werben im Netz an. Für die Kurse in Oldenburg, Hannover, Dresden und Leipzig kann man sich hier anmelden!

Vorneweg muss man natürlich feststellen, dass die Seminarreihe eine Werbeveranstaltung für Produkte aus dem Hause Google ist, allen voran natürlich Adwords. Google möchte Gewerbetreibende dazu bringen, für Werbung Geld auszugeben und auf Suchanfragen zu bieten (Das Werben bei Google gleicht ein wenig einer Versteigerung), die Seminarreihe soll im Wesentlichen das Wissen vermitteln, wie das System funktioniert.

Ich habe mich zunächst mal für alle fünf Seminare angemeldet und das ganze aus der Brille eines Self-Publishers betrachtet.

Google hat für die Durchfürung der Seminare namhafte Marketingagenturen beauftragt, die zwar in einem klar erkennbaren Abhängigkeitsverhältnis zu Google stehen, aber deren Referenten natürlich das Know How haben, auch Fragen jenseits der vorgegebenen Folien zu beantworten. In meinem Fall war das auch so, der Seminarleiter hat alle Fragen auch abseits von Google beantwortet und nütztliche Tipps gegeben.

Der Rahmen war zumindest in Oldenburg sehr entspannt, Google spendiert den Teilnehmer kleine Snacks (Nüsse, Süssigkeiten wie Bountys), Kaffee, Tee und Softdrinks. Die Module gehen jeweils 120 Minuten, inkl. einer ca. 10 minütigen Pause. Das Publikum war sehr gemischt, von jungen Marketingmädels aus Agenturen bis hin zum selbstständigen Mittelständler aus dem Handwerk war alles dabei.

Der Seminarraum, schlicht und modern










Aufenthaltsraum/Küche mit Kaffee, Softdrinks und Snacks



























Die Themenblöcke im Einzelnen:

1. Einführung
2. SEO - Suchmaschinenoptimierung
3. SEA - Bezahlte Displaywerbung und Suchmaschienen Advertising
4. Social Media
5. Analytics

Modul 1 hat mir eine grobe Einführung geboten, die ich vor allem der "Hausfrauenfraktion" unter den Self-Publishern durchaus empfehlen würde. Ich selbst habe durch meinen beruflichen Werdegang schon ein paar Berührungspunkte mit digitalen Startups gemacht, gerade für Menschen denen dieser Zugang fehlt, ist das erste Modul aber durchaus sinnvoll.

Modul 2 war für mich als SEO Neuling das spannenste. Man erfährt etwas darüber, wie Suchmaschienen arbeiten und was sich positiv auf das Auffinden der eigenen Webseite auswirkt. Natürlich ist es schwer, sich bei "Krimi" oder "Liebesgeschichte" nur mit SEO auf den ersten Platz zu ranken, aber gerade wenn man relative Nischen besetzen möchte, ist das vermittelte Wissen aus meiner Sicht sehr wertvoll.

Modul 3 (SEA, also bezahlte Werbung z.B. bei Google oder Facebook) macht für Self-Publisher keinen Sinn. In der Selfpublishing Community ist es ja bereits Konsens, dass es keine Chance gibt einen Artikel wie ein niedrigpreisiges (unter 5 Euro) E-Book durch bezahlte Werbung zu pushen und damit Gewinn zu machen. Dafür sind die Klicks viel zu teuer.

Modul 4 (Social Media Markting) hat mir persönlich nicht viel neues gebracht, ist aber trotzdem sinnvoll. Hier steht die Wissensvermittlung für mich etwas im Hintergrund, viel wichtiger war mir, dass das Modul den eigenen Denkprozess anregt und man neue Impulse und Ideen bekommt, wie man mit Social Media Kanälen arbeiten könnte. Ob diese Ideen dann immer der Weisheit letzter Schluss sind, sei dahingestellt, aber der Workshop an sich war für mich auf jeden Fall den Besuch wert.

Modul 5 ist eine Einführung in die Analysetools und kann ggf. für den ein oder anderen Spannend sein. Allerdings habe ich diesen Kurs geschwänzt bzw. mir die Inhalte nur schriftlich mitgeben lassen, da ich das Thema dann doch etwas zu langweilig fand. Wer sich für Zahlen interessiert und gerne mehr über das Thema wissen möchte, für den könnte es etwas sein, ich glaube aber, dass die Mehrheit der Self-Publisher nicht davon profitiert.

Mein Fazit:

Ich empfehle Modul 1, 2 und 4 für Self-Publisher weiter. Modul 1 gibt einen guten Überblick über das Verkaufen im Internet. Modul 2 vermittelt aus meiner Sicht das meiste Fachwissen, hier habe ich am meisten gelernt. Modul 4 war zwar nicht viel neues, setzt aber einen interessanten Denkprozess in Gang. Modul 3 ist für SPler wie gesagt nicht sinnvoll und Modul 5 könnte etwas trocken sein, hier muss sich aber jeder selbst ein Bild machen.

Ein Zertifikat darf natürlich nicht fehlen. Für jedes Seminar eins!


















Dazu kam der Austausch mit dem Refrenten, der sonst für größere Konzerne Onlinekampagnen gestaltet, auch das war eine gute Gelegenheit sich neue Denkansätze zu holen.
Ich bin also durchaus zufrieden und auch wenn die Veranstaltung leicht "google-gefärbt" ist, lohnt sich aus meiner Sicht die Teilnahme, wenn man keine allzu weite Anreise in Kauf nehmen muss. Für mich persönlich würde ich sagen, es lohnt sich, wenn man nicht länger als 1,5 Stunden pro Weg fahren muss, eine Übernachtung wäre es mir dann nicht wert gewesen.

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PS. Nachdem mein Buch letzte Woche bei Amazon erschienen ist, müsst Ihr jetzt bei jedem Blogpost meine Werbung ertragen. :P

Mein Buch bei Amazon.


Montag, 2. Mai 2016

Es ist fertig. Das Geldspiel ist erschienen!

Fertig ist für einen Selfpublisher ja ein schwieriges Wort. "Besser wird's nicht", wäre wohl in vielen Fällen treffender. Bestimmt gilt das auch für mich und meinen ersten "echten Krimi", gleichzeitig das erste Buch, dass ich unter meinem eigenen Namen veröffentlicht habe. Man muss einfach irgendwann loslassen und den roten Knopf zum Veröffentlichen drücken. (Der ist bei Amazon glaube ich gelb und nicht rot!) Mehr kann man ohne einen Verlag mit einer Armee von Helfern nicht tun.
Jetzt heisst es abwarten und Tee trinken, ein bißchen Marketing betreiben und hoffen, dass der Markt nicht allzu grausam mit meinem Werk umgeht. Seelisch bin ich auf alles gefasst, von vernichteten Kritiken und Rezensionen bishin zur totaler Bedeutungslosigkeit im Kindleuniversum. So oder so habe ich mich bereits entschieden, dass ich egal ob es ein Erfolg oder eine grandiose Pleite wird, weiter machen werde.

 Und hier ist es:




Übrigens kann man das Buch mit Kindle Unlimited bzw. Prime umsonst lesen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mein Ranking durch einen Download unterstützt, wenn Ihr eine der Amazon Flatrates Euer eigen nennt. Noch mehr freue ich mich natürlich darüber, wenn ihr es auch wirklich lest.

Auf jeden Fall viel Spass dabei!


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Dienstag, 26. April 2016

Covergestaltung beim Selfpublishing: Niemals mit Aquarellen arbeiten!

Es ist fertig. Das finale Cover meines Romans "Das Geldspiel" liegt auf meinem Rechner.
Bis zum aktuellen Titelbild war es allerdings ein sehr langer Weg. Ich hatte zunächst vor, eine komplett triviale Geschichte ohne Mord und Totschlag zu verfassen, daher trägt der erste Versuch auch noch die Arbeitsbezeichnung Novelle bzw. Trivialnovelle.

Die erste Version war sehr schäbbig!

Da war es noch kein Krimi

Bin ich ein Fussballspieler aus Brasilien?

In der zweiten und dritten Version habe ich mir Gedanken gemacht, unter welchem Namen ich das ganze veröffentlichen soll. Sowohl mein zweiter Vorname Andreas in Kombination mit meinem vorherrschenden Gemütszustand, als auch mein eigentlichter Vorname standen zur Debatte. Da ich aber kein brasilianischer Fussballstar bin, bin ich inzwischen auch davon abgekommen.
Die Quadrate gefielen mir da aber eigentlich immer noch ganz gut.

Nachdem ein weiteres Jahr vergangen ist und das Buch inzwischen fertig auf meinem Rechner zur letzten Korrektur liegt, bin ich auch mit dem Cover endlich zu einem für mich zufriedenstellenden Ergebnis gekommen. Die Quadrate fand ich auf einmal nicht mehr gut und auch da subtile Leuchten im Hintergrund hat mir am Ende nicht mehr gefallen. Ich wollte gerne ein Motiv, dass entfernt etwas mit dem Buch zu tun hat, aber nicht wirklich viel über den Inhalt sagt. Ich hatte das große Glück, die Hilfe einer aufstrebenden Künstlerin zu haben, die mir ein Bild nach meinen Wünschen gestaltete. Übrigens ist dieses Vorgehen, gerade wenn es sich um Aquarell handelt, laut Wolfgang Tischer ein absoluter Kardinalfehler. Darum liebe Kinder: Nicht zu Hause nachmachen, Aquarellmotive auf Buchcovern sind eine ernstzunehmende Gefahr. In diesem Fall gehe ich das Risiko ein. Das Cover habe ich dann in mehreren Versionen an eine Auswahl von Menschen mit Geschmack und Verstand geschickt, so dass ich jetzt das Endergebnis habe:

Die Geschichte wurde zum Krimi!
Laut Litereaturcafe.de ein absolutes NoGo: Aquarelle!
Benutzt habe ich neben der eingescannten und bearbeiteten Grafik ein sehr altes Grafikprogramm von Corel, Paintshop Pro Photo X2, das ich vor ein paar Jahren mal bei Saturn für 10 Euro gekauft habe. Die Bedienung war relativ einfach zu erlernen, ich habe aber auch bewusst auf zu viele Effekte verzichtet. Eine klare Schrift und Farben, die auch im Bild vorkommen. Die finale Version wurde noch mal an eine kleine Feedbackgruppe gesendet und kleinere Details wie Schriftgröße, Größe der Grafik, Ausrichtung und Farbgebung abgestimmt.

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Montag, 18. April 2016

Gedanken über Sorgfalt, Qualität, Ertrag und Realismus

Heute ist ein sehr schöner Tag für mich. Das Manuskript zu meinem ersten kleinen Kriminalroman ist fertig und liegt ausgedruckt auf meinem Schreibtisch.
Natürlich steht als nächstes die Gestaltung des Covers an, die noch einige Tage in Anspruch nehmen wird.
Vor allem aber gehen einem mit der Fertigstellung des Manuskripts eine ganze Menge Gedanken durch den Kopf, die es zu sortieren gilt.
Natürlich zweifefle auch ich, wie vermutlich jeder Autor (zumindest wenn man noch wie ich am Anfang steht) ein wenig an meinem eigenen Text. Diese Zweifel lassen sich allerdings relativ einfach mit einer gesunden Mischung aus Mut, Selbstvertrauen und einem Schuss Überheblichkeit bei Seite wischen.

Schwieriger sind da schon rationale Überlegungen zur Qualitätssicherung. Sollte ich einen Lektor oder Korrektor beauftragen, der mein Manuskript bearbeitet und korrigiert? Viele werden geneigt ein, laut "Ja" zu rufen. Gerade in Internetforen und Self-Publishing-Gruppen wird eisern postuliert, von welcher zentralen Wichtigkeit das Lektorat ist. Die Gründe seien vielfältig. Man schulde dem Leser eine hohe Qualität, man bringe die gesamte Self-Publishing-Szene in Verruf oder mache sich gar des Betruges schuldig, wenn man nicht die nötige Sorgfalt walten ließe und ein professionelles Lektorat nicht in Anspruch nähme. Übrigens für alle die sich nicht ständig damit beschäftigen sei kurz erklärt: Ein Korrektorat sucht nach Rechtschreib- und Grammatikfehlern, ein Lektor beschäftigt sich mit inhaltlichen Schwächen.
Beides wird als Dienstleistung angeboten und würde mich in meinem Fall zwischen 500 und 1000 Euro kosten. Das bedeutet, dass ich mindestens 250 bis 500 Bücher verkaufen müsste, (ich hatte noch ein paar andere Kosten, also sind es eher 600 Bücher), bevor ich einen Cent an dem Projekt verdient habe.Obwohl ich wie bereits oben erwähnt durchaus nicht an mangelndem Selbstbewusstsein leide, habe ich mich aus Risikogründen gegen ein externes Lektorat und Korrektorat entschieden. Um ehrlich zu sein glaube ich auch, dass es ein Stück weit zum Self-Publishing dazu gehört, ein "Handgemachtes" Produkt anzubieten, das zu einem günstigen Preis an den Leser geht. Man ist eben kein Verlagsautor, dem Resourcen wie Lektorat, Grafik etc. zur Verfügung stehen. Dafür steht an den Büchern auch kein zweistelliger Preis.

Aber was sollte man tun, um trotzdem eine akzeptable Qualität zu erreichen?
Ich habe mich für zwei Dinge entschieden. Zum einen habe ich mir vor einiger Zeit ein paar Testleser besorgt, die meine Geschichte probegelesen haben und mir wertvolles Feedback eingeholt. Das geschieht auch noch jetzt und wer spontan noch Lust hat, kann sich gerne die Rohfassung von mir zukommen lassen.
Zum anderen habe ich mir eine Software gekauft, die aus meiner Sicht Gold wert ist. Papyrus heisst das gute Stück und ist mit 180 Euro das teuerste Stück Software, dass ich mir jemals gekauft habe. Übrigens ist es im Verhältnis ein sehr geringer Preis, wenn man einen Blick auf die Photoshoppreise etc. wirft. Die Software hinterfragt jeden einzelnen Satz auf Kommafehler, Satzstellung, Rechtschreibung und Groß/Kleinschreibung. Außerdem sucht sie nach Wortdubletten, die den Lesegenuss stören könnten und ist in der Lage ganze Abschnitte darauf zu prüfen, ob sie verständlich und gut lesbar geschrieben sind.

Natürlich ersetzt das kein vollwertiges Lektorat, aber ich glaube die Aussage ist falsch, dass man auch für 3 oder 4 Euro ein Produkt erwarten darf, dass bis ins letzte durchlektoriert wurde.
Dieser Blogeintrag zum Beispiel ist völlig umsonst, wurde aber dafür nicht einmal quergelesen.
Ich glaube die Aufgabe eines Selfpublishers ist es, die Menschen zu unterhalten und dabei so schlank zu arbeiten, dass er in der Lage ist für einen Betrag von drei Euro eine tolle Geschichte zu erzählen. Man muss Sorgfalt und Mühe walten lassen, aber auch der Leser ist nur zu einem geringen Investment bereit, in dem er sich für ein sehr preiswertes Produkt entscheidet. Vermutlich wird er noch immer mehr für sein Geld bekommen, als bei etablierten Topautoren wie z.B. Martin Suter.
Dessen aktueller Roman Montecristo kostet 23,00 Euro, wurde korrigiert und lektoriert. Und trotzdem ist keinem aufgefallen, wie unlogisch das Ende ist. Zumindest keinem, der Geld dafür bekommen hätte...

Ich selbst sehe das Schreiben auch immer noch als ein Hobby neben dem Beruf. Auch wenn ich so viel Freude daran habe, dass ich mich selber etwas professionalisieren möchte, ein vierstelliges Investment für ein einziges Buchprojekt halte ich zum jetztigen Zeitpunkt für überzogen. Vielleicht wird mein Erstlingswerk ja ein absoluter Bestseller, dann würde ich vielleicht bei einem Folgeprojekt einen Teil der Eträge wieder investieren. Aber hier greift der knallharte Realismus: Die Chancen stehen gut, dass mein erster Versuch bestenfalls in der Mittelmäßigkeit versinkt. Und selbst das würde ich als Erfolg feiern.

Aber gespannt bin ich schon.

Pius

Ps. Ich habe dann doch noch mal drübergelesen und zwei Fehler korrigiert. Ausnahmsweise.

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Sonntag, 27. März 2016

Testleser für meinen Kriminalroman "Das Geldspiel" gesucht.

Nachdem ich in der letzten Zeit etwas mehr als sonst zum Schreiben gekommen bin, wächst und gedeiht mein erster Krimi und wenn es so weiter geht, werde ich in wenigen Wochen mit dem Manuskript fertig sein. Da ich als relativer Anfänger natürlich kein Heer von Verlagslektoren hinter mir habe, gleichzeitig aber auch nichts veröffentlichen möchte, was unlesbar ist, suche ich ein gutes Dutzend Testleser, die Lust haben, meinen Roman vorab per PDF zu lesen und mir Feedback zu geben.

Das Feedback wird gesammelt, aufgenommen und ich werde es dann mit in meine Überlegungen zur Verbesserung und zum Feinschliff mit aufnehmen. Es geht mir vor allem darum zu erfahren, ob man den Text gut lesen kann und ob die Handlung nachvollziehbar ist. Natürlich spielt auch eine Rolle, ob eine gewisse Spannung aufkommt.

Selbstverständlich winkt allen Testlesern ein kleines Dankeschön, dessen Umfang sich am wirtschaftlichen Erfolg des Endproduktes orientiert. Sollte sich der Roman als Bestseller entpuppen, schmeisse ich auf jeden Fall eine große Party. Doch vor den Wein haben die Götter den Schweiß gesetzt, wer also Lust hat, schreibe mir eine kurze Email oder eine Nachricht bei Facebook

Ich freue mich auf Eure Mithilfe.

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Dienstag, 8. März 2016

Autoren brauchen Vorbilder.

Ich habe lange Zeit keine Bücher gelesen. An Tagen, an denen ich eine Rechtfertigung dafür brauchte sagte ich mir, dass man wann immer man einen Text liest, nur den Gedanken eines anderen folgt. Es sei aber besser, sich seine eigenen zu machen. Ersteres habe ich vor Jahren, bzw. Jahrzehnten so oder so ähnlich irgendwo gelesen. Das zweite war meine (zugegeben naheliegende) Schlussfolgerung daraus. An Tagen, an denen ich keine Rechtfertigung brauchte, stand ich einfach zu meiner fehlenden Lust am Lesen, man könnte es auch Faulheit nennen.
Eigentlich wäre dieser Umstand auch gar nicht weiter tragisch, wenn ich mir nicht die Schriftstellerei als Hobby ausgesucht hätte und es hierfür eigentlich unerlässlich ist, auch andere Bücher gelesen zu haben. Sei es um den Markt zu kennen, geistig beweglich zu bleiben oder auch um sich ein gutes Vorbild zu suchen.
Ich habe mich dann gerade mit Blick auf das Thema Vorbild dazu entschlossen endlich mal wieder etwas zu lesen. Ein Vorbild dient ja dazu, die Machbarkeit der eigenen Ziele zu verdeutlichen und sollte daher klug gewählt werden. Von allen Autoren (und das sind nicht gerade viele), die mir so einfallen, ist für mich Martin Suter der mit dem ich mich am besten anfreunden kann. Nun wäre es vermessen sich über ihn als Person zu äußern, immerhin habe ich ihn nie getroffen, aber das was man in Zeitungen über ihn liest, kann ich gut mit meinen eigenen Vorstellungen vereinbaren. Er genießt das Leben und hat dem Vernehmen nach die perfekte Balance aus Savoir Vivre und äußerlicher Bescheidenheit gefunden. Journalisten beschreiben seinen Hang zu schönen Dingen oder der Freude daran Geld für Luxus auszugeben, ohne dass sie ihm Dekadenz unterstellen. Das muss man erst mal schaffen. Der eigentliche Charakter Suters spielt für seine Vorbildfunktion übrigens keine Rolle und dürfte wohl auch seine Privatsache sein.
Sollte ich es in 20 oder 30 Jahren geschafft haben (Suter ist knapp 30 Jahre älter als ich) mit meinen Schriften zu Wohlstand oder gar Reichtum zu kommen und diesen dann genießen ohne dass es mir jemand missgönnt, dann würde ich jedenfalls jedem Journalisten erzählen, dass Suter mein Vorbild war. Wahrscheinlich wäre es nicht mal gelogen.
Nachdem ich mich also entschieden hatte, dass Martin Suter mein Vorbild werden sollte, war es Zeit, sich mit seiner literarischen Arbeit zu befassen. Ich griff zum neusten Werk aus seiner Feder, Montecristo. Die Gründe waren eher banal, er lag stapelweise beim Buchhändler und war nicht allzu dick. Außerdem hatte ich irgendwo gelesen, dass es drei Leichen gibt und da ich selbst auch ein paar produzieren wollte, erschien es mir sinnvoll, dieses Buch zu kaufen.
Die Tage vergingen und ich las abends das Buch, morgens drapierte ich es sorgsam schräg auf dem Nachttisch, um am darauffolgenden Abend beim Zubettgehen das wohlige Gefühl zu haben, langsam zum Bildungsbürger aufzusteigen. Alle, die den Roman Montecristo noch lesen möchten, sollten unterhalb des Bildes erst weiterlesen, wenn sie es getan haben.




Der Roman ist im Wesentlichen eine Mischung aus Verschwörungsthriller und Abenteuergeschichte.  Er spielt im Schweizer Bankenmilleu und handelt von einem mehr oder minder erfolgreichen People-Reporter, der zufällig einer brisanten Sache auf die Spur kommt. Es passieren ganz viele Dinge, die mehr oder weniger nichts miteinander zu tun haben, am Ende aber doch alle verknüpft sind. Übrigens dürfte die kommutierte Wahrscheinlichkeit der einzelnen Ereignisse, die dem Helden widerfahren, irgendwo bei 1:1000000000000 liegen. Martin Suter wird dafür vom Feuilleton als Großmeister gelobt, obwohl der Roman aus meiner Sicht noch weitere Schwächen hat. Die größte Schwäche ist dabei nicht diese Aneinanderreihung von Zufällen oder dass das Szenario mehr oder weniger an den Haaren herbeigezogen ist, das sollte ein Schriftsteller dürfen. Aber mich persönlich hat ein krasser Logikfehler doch sehr gestört, ich würde fast sagen, dass Martin Suter hier geschummelt hat. Der Protagonist ist ja einer großen Finanzverschwörung auf er Spur, in die zwei Großbanken involviert sind. Im Laufe des Romans werden ein paar "leichte" Anschläge auf ihn verübt, doch die Bank erkennt irgendwann, dass er sich nicht von seinem Tun abbringen lassen will. Nun hat die Bank bereits den ein oder anderen Widersacher kaltgestellt und zwar auf die todsichere Art. Anstatt den Helden der Geschichte aber umzubringen, rekrutiert man seine neue Freundin, die dann von der Sache der Bank überzeugt wird und sich dann für ihn einsetzt, damit er nicht umgebracht wird. Leider ist es genau so wirr, wie ich es gerade beschrieben habe. Anstatt den ein oder andern Profikiller auf den Protagonisten anzusetzen, weiht man eine völlig Unbeteiligte ein und macht sie zum Mitglied der "Lilien" (Einem Geheimbund, in dem aber irgendwie jeder der Figuren am Ende Mitglied ist) wo sie in Kürze so viel Einfluss hat, dass sie ihrem Freund das Leben retten kann? Ich denke nicht!
Aber gut, es ist ja eine Geschichte und ich habe mich so im befriedigenden bis guten Bereich unterhalten gefühlt. Vor allem aber hat es mir aber - auch wenn der ein oder andere jetzt Majestätsbeleihung wittert - eines vor Augen geführt: Das kann ich auch! Und Vorbilder sind ja auch dazu da, übertroffen zu werden, oder?

Mich hat es jedenfalls motiviert meinen Roman weiter zu schreiben und ich hoffe, dass er im April fertig wird. Und ich werde versuchen, dass ich - bei aller Phantasie - ein stimmiges Bild zeichne und mich nicht auf den Zufall verlassen muss.

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