Montag, 2. Mai 2016

Es ist fertig. Das Geldspiel ist erschienen!

Fertig ist für einen Selfpublisher ja ein schwieriges Wort. "Besser wird's nicht", wäre wohl in vielen Fällen treffender. Bestimmt gilt das auch für mich und meinen ersten "echten Krimi", gleichzeitig das erste Buch, dass ich unter meinem eigenen Namen veröffentlicht habe. Man muss einfach irgendwann loslassen und den roten Knopf zum Veröffentlichen drücken. (Der ist bei Amazon glaube ich gelb und nicht rot!) Mehr kann man ohne einen Verlag mit einer Armee von Helfern nicht tun.
Jetzt heisst es abwarten und Tee trinken, ein bißchen Marketing betreiben und hoffen, dass der Markt nicht allzu grausam mit meinem Werk umgeht. Seelisch bin ich auf alles gefasst, von vernichteten Kritiken und Rezensionen bishin zur totaler Bedeutungslosigkeit im Kindleuniversum. So oder so habe ich mich bereits entschieden, dass ich egal ob es ein Erfolg oder eine grandiose Pleite wird, weiter machen werde.

 Und hier ist es:




Übrigens kann man das Buch mit Kindle Unlimited bzw. Prime umsonst lesen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mein Ranking durch einen Download unterstützt, wenn Ihr eine der Amazon Flatrates Euer eigen nennt. Noch mehr freue ich mich natürlich darüber, wenn ihr es auch wirklich lest.

Auf jeden Fall viel Spass dabei!


Kontakt & Feedback


Dienstag, 26. April 2016

Covergestaltung beim Selfpublishing: Niemals mit Aquarellen arbeiten!

Es ist fertig. Das finale Cover meines Romans "Das Geldspiel" liegt auf meinem Rechner.
Bis zum aktuellen Titelbild war es allerdings ein sehr langer Weg. Ich hatte zunächst vor, eine komplett triviale Geschichte ohne Mord und Totschlag zu verfassen, daher trägt der erste Versuch auch noch die Arbeitsbezeichnung Novelle bzw. Trivialnovelle.

Die erste Version war sehr schäbbig!

Da war es noch kein Krimi

Bin ich ein Fussballspieler aus Brasilien?

In der zweiten und dritten Version habe ich mir Gedanken gemacht, unter welchem Namen ich das ganze veröffentlichen soll. Sowohl mein zweiter Vorname Andreas in Kombination mit meinem vorherrschenden Gemütszustand, als auch mein eigentlichter Vorname standen zur Debatte. Da ich aber kein brasilianischer Fussballstar bin, bin ich inzwischen auch davon abgekommen.
Die Quadrate gefielen mir da aber eigentlich immer noch ganz gut.

Nachdem ein weiteres Jahr vergangen ist und das Buch inzwischen fertig auf meinem Rechner zur letzten Korrektur liegt, bin ich auch mit dem Cover endlich zu einem für mich zufriedenstellenden Ergebnis gekommen. Die Quadrate fand ich auf einmal nicht mehr gut und auch da subtile Leuchten im Hintergrund hat mir am Ende nicht mehr gefallen. Ich wollte gerne ein Motiv, dass entfernt etwas mit dem Buch zu tun hat, aber nicht wirklich viel über den Inhalt sagt. Ich hatte das große Glück, die Hilfe einer aufstrebenden Künstlerin zu haben, die mir ein Bild nach meinen Wünschen gestaltete. Übrigens ist dieses Vorgehen, gerade wenn es sich um Aquarell handelt, laut Wolfgang Tischer ein absoluter Kardinalfehler. Darum liebe Kinder: Nicht zu Hause nachmachen, Aquarellmotive auf Buchcovern sind eine ernstzunehmende Gefahr. In diesem Fall gehe ich das Risiko ein. Das Cover habe ich dann in mehreren Versionen an eine Auswahl von Menschen mit Geschmack und Verstand geschickt, so dass ich jetzt das Endergebnis habe:

Die Geschichte wurde zum Krimi!
Laut Litereaturcafe.de ein absolutes NoGo: Aquarelle!
Benutzt habe ich neben der eingescannten und bearbeiteten Grafik ein sehr altes Grafikprogramm von Corel, Paintshop Pro Photo X2, das ich vor ein paar Jahren mal bei Saturn für 10 Euro gekauft habe. Die Bedienung war relativ einfach zu erlernen, ich habe aber auch bewusst auf zu viele Effekte verzichtet. Eine klare Schrift und Farben, die auch im Bild vorkommen. Die finale Version wurde noch mal an eine kleine Feedbackgruppe gesendet und kleinere Details wie Schriftgröße, Größe der Grafik, Ausrichtung und Farbgebung abgestimmt.

Kontakt und Impressum



Montag, 18. April 2016

Gedanken über Sorgfalt, Qualität, Ertrag und Realismus

Heute ist ein sehr schöner Tag für mich. Das Manuskript zu meinem ersten kleinen Kriminalroman ist fertig und liegt ausgedruckt auf meinem Schreibtisch.
Natürlich steht als nächstes die Gestaltung des Covers an, die noch einige Tage in Anspruch nehmen wird.
Vor allem aber gehen einem mit der Fertigstellung des Manuskripts eine ganze Menge Gedanken durch den Kopf, die es zu sortieren gilt.
Natürlich zweifefle auch ich, wie vermutlich jeder Autor (zumindest wenn man noch wie ich am Anfang steht) ein wenig an meinem eigenen Text. Diese Zweifel lassen sich allerdings relativ einfach mit einer gesunden Mischung aus Mut, Selbstvertrauen und einem Schuss Überheblichkeit bei Seite wischen.

Schwieriger sind da schon rationale Überlegungen zur Qualitätssicherung. Sollte ich einen Lektor oder Korrektor beauftragen, der mein Manuskript bearbeitet und korrigiert? Viele werden geneigt ein, laut "Ja" zu rufen. Gerade in Internetforen und Self-Publishing-Gruppen wird eisern postuliert, von welcher zentralen Wichtigkeit das Lektorat ist. Die Gründe seien vielfältig. Man schulde dem Leser eine hohe Qualität, man bringe die gesamte Self-Publishing-Szene in Verruf oder mache sich gar des Betruges schuldig, wenn man nicht die nötige Sorgfalt walten ließe und ein professionelles Lektorat nicht in Anspruch nähme. Übrigens für alle die sich nicht ständig damit beschäftigen sei kurz erklärt: Ein Korrektorat sucht nach Rechtschreib- und Grammatikfehlern, ein Lektor beschäftigt sich mit inhaltlichen Schwächen.
Beides wird als Dienstleistung angeboten und würde mich in meinem Fall zwischen 500 und 1000 Euro kosten. Das bedeutet, dass ich mindestens 250 bis 500 Bücher verkaufen müsste, (ich hatte noch ein paar andere Kosten, also sind es eher 600 Bücher), bevor ich einen Cent an dem Projekt verdient habe.Obwohl ich wie bereits oben erwähnt durchaus nicht an mangelndem Selbstbewusstsein leide, habe ich mich aus Risikogründen gegen ein externes Lektorat und Korrektorat entschieden. Um ehrlich zu sein glaube ich auch, dass es ein Stück weit zum Self-Publishing dazu gehört, ein "Handgemachtes" Produkt anzubieten, das zu einem günstigen Preis an den Leser geht. Man ist eben kein Verlagsautor, dem Resourcen wie Lektorat, Grafik etc. zur Verfügung stehen. Dafür steht an den Büchern auch kein zweistelliger Preis.

Aber was sollte man tun, um trotzdem eine akzeptable Qualität zu erreichen?
Ich habe mich für zwei Dinge entschieden. Zum einen habe ich mir vor einiger Zeit ein paar Testleser besorgt, die meine Geschichte probegelesen haben und mir wertvolles Feedback eingeholt. Das geschieht auch noch jetzt und wer spontan noch Lust hat, kann sich gerne die Rohfassung von mir zukommen lassen.
Zum anderen habe ich mir eine Software gekauft, die aus meiner Sicht Gold wert ist. Papyrus heisst das gute Stück und ist mit 180 Euro das teuerste Stück Software, dass ich mir jemals gekauft habe. Übrigens ist es im Verhältnis ein sehr geringer Preis, wenn man einen Blick auf die Photoshoppreise etc. wirft. Die Software hinterfragt jeden einzelnen Satz auf Kommafehler, Satzstellung, Rechtschreibung und Groß/Kleinschreibung. Außerdem sucht sie nach Wortdubletten, die den Lesegenuss stören könnten und ist in der Lage ganze Abschnitte darauf zu prüfen, ob sie verständlich und gut lesbar geschrieben sind.

Natürlich ersetzt das kein vollwertiges Lektorat, aber ich glaube die Aussage ist falsch, dass man auch für 3 oder 4 Euro ein Produkt erwarten darf, dass bis ins letzte durchlektoriert wurde.
Dieser Blogeintrag zum Beispiel ist völlig umsonst, wurde aber dafür nicht einmal quergelesen.
Ich glaube die Aufgabe eines Selfpublishers ist es, die Menschen zu unterhalten und dabei so schlank zu arbeiten, dass er in der Lage ist für einen Betrag von drei Euro eine tolle Geschichte zu erzählen. Man muss Sorgfalt und Mühe walten lassen, aber auch der Leser ist nur zu einem geringen Investment bereit, in dem er sich für ein sehr preiswertes Produkt entscheidet. Vermutlich wird er noch immer mehr für sein Geld bekommen, als bei etablierten Topautoren wie z.B. Martin Suter.
Dessen aktueller Roman Montecristo kostet 23,00 Euro, wurde korrigiert und lektoriert. Und trotzdem ist keinem aufgefallen, wie unlogisch das Ende ist. Zumindest keinem, der Geld dafür bekommen hätte...

Ich selbst sehe das Schreiben auch immer noch als ein Hobby neben dem Beruf. Auch wenn ich so viel Freude daran habe, dass ich mich selber etwas professionalisieren möchte, ein vierstelliges Investment für ein einziges Buchprojekt halte ich zum jetztigen Zeitpunkt für überzogen. Vielleicht wird mein Erstlingswerk ja ein absoluter Bestseller, dann würde ich vielleicht bei einem Folgeprojekt einen Teil der Eträge wieder investieren. Aber hier greift der knallharte Realismus: Die Chancen stehen gut, dass mein erster Versuch bestenfalls in der Mittelmäßigkeit versinkt. Und selbst das würde ich als Erfolg feiern.

Aber gespannt bin ich schon.

Pius

Ps. Ich habe dann doch noch mal drübergelesen und zwei Fehler korrigiert. Ausnahmsweise.

Kontakt zu Pius

Sonntag, 27. März 2016

Testleser für meinen Kriminalroman "Das Geldspiel" gesucht.

Nachdem ich in der letzten Zeit etwas mehr als sonst zum Schreiben gekommen bin, wächst und gedeiht mein erster Krimi und wenn es so weiter geht, werde ich in wenigen Wochen mit dem Manuskript fertig sein. Da ich als relativer Anfänger natürlich kein Heer von Verlagslektoren hinter mir habe, gleichzeitig aber auch nichts veröffentlichen möchte, was unlesbar ist, suche ich ein gutes Dutzend Testleser, die Lust haben, meinen Roman vorab per PDF zu lesen und mir Feedback zu geben.

Das Feedback wird gesammelt, aufgenommen und ich werde es dann mit in meine Überlegungen zur Verbesserung und zum Feinschliff mit aufnehmen. Es geht mir vor allem darum zu erfahren, ob man den Text gut lesen kann und ob die Handlung nachvollziehbar ist. Natürlich spielt auch eine Rolle, ob eine gewisse Spannung aufkommt.

Selbstverständlich winkt allen Testlesern ein kleines Dankeschön, dessen Umfang sich am wirtschaftlichen Erfolg des Endproduktes orientiert. Sollte sich der Roman als Bestseller entpuppen, schmeisse ich auf jeden Fall eine große Party. Doch vor den Wein haben die Götter den Schweiß gesetzt, wer also Lust hat, schreibe mir eine kurze Email oder eine Nachricht bei Facebook

Ich freue mich auf Eure Mithilfe.

Kontakt zu Pius

Dienstag, 8. März 2016

Autoren brauchen Vorbilder.

Ich habe lange Zeit keine Bücher gelesen. An Tagen, an denen ich eine Rechtfertigung dafür brauchte sagte ich mir, dass man wann immer man einen Text liest, nur den Gedanken eines anderen folgt. Es sei aber besser, sich seine eigenen zu machen. Ersteres habe ich vor Jahren, bzw. Jahrzehnten so oder so ähnlich irgendwo gelesen. Das zweite war meine (zugegeben naheliegende) Schlussfolgerung daraus. An Tagen, an denen ich keine Rechtfertigung brauchte, stand ich einfach zu meiner fehlenden Lust am Lesen, man könnte es auch Faulheit nennen.
Eigentlich wäre dieser Umstand auch gar nicht weiter tragisch, wenn ich mir nicht die Schriftstellerei als Hobby ausgesucht hätte und es hierfür eigentlich unerlässlich ist, auch andere Bücher gelesen zu haben. Sei es um den Markt zu kennen, geistig beweglich zu bleiben oder auch um sich ein gutes Vorbild zu suchen.
Ich habe mich dann gerade mit Blick auf das Thema Vorbild dazu entschlossen endlich mal wieder etwas zu lesen. Ein Vorbild dient ja dazu, die Machbarkeit der eigenen Ziele zu verdeutlichen und sollte daher klug gewählt werden. Von allen Autoren (und das sind nicht gerade viele), die mir so einfallen, ist für mich Martin Suter der mit dem ich mich am besten anfreunden kann. Nun wäre es vermessen sich über ihn als Person zu äußern, immerhin habe ich ihn nie getroffen, aber das was man in Zeitungen über ihn liest, kann ich gut mit meinen eigenen Vorstellungen vereinbaren. Er genießt das Leben und hat dem Vernehmen nach die perfekte Balance aus Savoir Vivre und äußerlicher Bescheidenheit gefunden. Journalisten beschreiben seinen Hang zu schönen Dingen oder der Freude daran Geld für Luxus auszugeben, ohne dass sie ihm Dekadenz unterstellen. Das muss man erst mal schaffen. Der eigentliche Charakter Suters spielt für seine Vorbildfunktion übrigens keine Rolle und dürfte wohl auch seine Privatsache sein.
Sollte ich es in 20 oder 30 Jahren geschafft haben (Suter ist knapp 30 Jahre älter als ich) mit meinen Schriften zu Wohlstand oder gar Reichtum zu kommen und diesen dann genießen ohne dass es mir jemand missgönnt, dann würde ich jedenfalls jedem Journalisten erzählen, dass Suter mein Vorbild war. Wahrscheinlich wäre es nicht mal gelogen.
Nachdem ich mich also entschieden hatte, dass Martin Suter mein Vorbild werden sollte, war es Zeit, sich mit seiner literarischen Arbeit zu befassen. Ich griff zum neusten Werk aus seiner Feder, Montecristo. Die Gründe waren eher banal, er lag stapelweise beim Buchhändler und war nicht allzu dick. Außerdem hatte ich irgendwo gelesen, dass es drei Leichen gibt und da ich selbst auch ein paar produzieren wollte, erschien es mir sinnvoll, dieses Buch zu kaufen.
Die Tage vergingen und ich las abends das Buch, morgens drapierte ich es sorgsam schräg auf dem Nachttisch, um am darauffolgenden Abend beim Zubettgehen das wohlige Gefühl zu haben, langsam zum Bildungsbürger aufzusteigen. Alle, die den Roman Montecristo noch lesen möchten, sollten unterhalb des Bildes erst weiterlesen, wenn sie es getan haben.




Der Roman ist im Wesentlichen eine Mischung aus Verschwörungsthriller und Abenteuergeschichte.  Er spielt im Schweizer Bankenmilleu und handelt von einem mehr oder minder erfolgreichen People-Reporter, der zufällig einer brisanten Sache auf die Spur kommt. Es passieren ganz viele Dinge, die mehr oder weniger nichts miteinander zu tun haben, am Ende aber doch alle verknüpft sind. Übrigens dürfte die kommutierte Wahrscheinlichkeit der einzelnen Ereignisse, die dem Helden widerfahren, irgendwo bei 1:1000000000000 liegen. Martin Suter wird dafür vom Feuilleton als Großmeister gelobt, obwohl der Roman aus meiner Sicht noch weitere Schwächen hat. Die größte Schwäche ist dabei nicht diese Aneinanderreihung von Zufällen oder dass das Szenario mehr oder weniger an den Haaren herbeigezogen ist, das sollte ein Schriftsteller dürfen. Aber mich persönlich hat ein krasser Logikfehler doch sehr gestört, ich würde fast sagen, dass Martin Suter hier geschummelt hat. Der Protagonist ist ja einer großen Finanzverschwörung auf er Spur, in die zwei Großbanken involviert sind. Im Laufe des Romans werden ein paar "leichte" Anschläge auf ihn verübt, doch die Bank erkennt irgendwann, dass er sich nicht von seinem Tun abbringen lassen will. Nun hat die Bank bereits den ein oder anderen Widersacher kaltgestellt und zwar auf die todsichere Art. Anstatt den Helden der Geschichte aber umzubringen, rekrutiert man seine neue Freundin, die dann von der Sache der Bank überzeugt wird und sich dann für ihn einsetzt, damit er nicht umgebracht wird. Leider ist es genau so wirr, wie ich es gerade beschrieben habe. Anstatt den ein oder andern Profikiller auf den Protagonisten anzusetzen, weiht man eine völlig Unbeteiligte ein und macht sie zum Mitglied der "Lilien" (Einem Geheimbund, in dem aber irgendwie jeder der Figuren am Ende Mitglied ist) wo sie in Kürze so viel Einfluss hat, dass sie ihrem Freund das Leben retten kann? Ich denke nicht!
Aber gut, es ist ja eine Geschichte und ich habe mich so im befriedigenden bis guten Bereich unterhalten gefühlt. Vor allem aber hat es mir aber - auch wenn der ein oder andere jetzt Majestätsbeleihung wittert - eines vor Augen geführt: Das kann ich auch! Und Vorbilder sind ja auch dazu da, übertroffen zu werden, oder?

Mich hat es jedenfalls motiviert meinen Roman weiter zu schreiben und ich hoffe, dass er im April fertig wird. Und ich werde versuchen, dass ich - bei aller Phantasie - ein stimmiges Bild zeichne und mich nicht auf den Zufall verlassen muss.

Kontakt zu Pius

Dienstag, 26. Januar 2016

Ganz ohne Hobbys ist es doch auch langweilig.


Inspiration Reisen!



Neustart!

Nach einem dreiwöchigem Aufenthalt in Südchina und der damit zwangsweise einhergehenden bzw. sich geradezu aufdrängenden Inspiration, habe ich mich dazu entschieden, mein E-Bookprojekt wieder aufleben zu lassen. Nachdem ich mich zunächst mit doch eher frivolen Kurzgeschichten beschäftigt habe, sollte der Neustart allerdings seriös werden. Das hat vor allem den Grund, dass das Verfassen schlichter Schmuddelromantik nur einen begrenzten Reiz hat, man könnte auch sagen es langweilt mich schnell. Ich denke, es ist Zeit sich mal an einem Krimi zu versuchen. Natürlich ist das Ziel wie eh und je das selbe:
Ruhm, Reichtum und Einladungen in den internationalen Jetset. Meine bisherigen Bemühungen sind in dieser Hinsicht von eher bescheidenem Erfolg gekrönt gewesen, was zumeist an meiner beruflichen Schaffensperiode lag, die mich doch sehr in Anspruch nahm und nimmt.
Dennoch kann ich vermelden, dass ein neuerlicher Kassensturz einen gewissen Achtungserfolg zu Tage förderte: Seit Start des Projektes konnte ich insgesamt 5001,32 Euro an Tantiemen generieren. Abzüglich Steuern, bei der jährlichen Lohnsteuererklärung muss man die Einnahmen leider angeben und es gibt gute Gründe, sich daran zu halten. Natürlich hat es knapp 3 Jahre gedauert, bis diese Summe aufgelaufen war, allerdings muss man festhalten, dass der eigentliche Arbeitsaufwand deutlich unter 100 Arbeitsstunden gelegen haben dürfte und sich der Ertrag somit durchaus sehen lassen kann.
Nun, ich habe keine Ahnung wie lange ich für eine seriöse Erstveröffentlichung neben dem Beruf benötige, aber da ich neben dem regelmäßigen Besuch im Fitnessstudio, einer gewissen Affinität zu Weißwein und dem Sammeln von schwedischen Oberhemden eigentlich keine Hobbys habe, werde ich das E-Book-Projekt wiederbeleben.
Und da ich viel im Zug unterwegs bin und man, wenn einen schreiende Kinder oder grölende Kegelgruppen nicht zu sehr stören, da eigentlich sehr gut zum Schreiben kommt, habe ich bereits ein paar Zeilen zu Papier gebracht.


1.

Das war kein Regen. Das war eine Sintflut. Hauptkommissar Andreas Seemann drückte den Hebel für den Scheibenwischer erneut nach oben, doch es half nichts. Die Wischerblätter verrichteten bereits ihren Dienst auf der höchsten Stufe. Seemann sah auf die Uhr im Armaturenbrett. Es war kurz vor einundzwanzig Uhr. Er würde nur noch den Wagen zurück in den Fuhrpark bringen, dann seine Dienstpistole im Schließfach deponieren und das was vom Wochenende übrig blieb in einer Kiezkneipe hinunterspülen.
Die Straßen waren trotz des noch frühen Samstagabends wie leer gefegt. Der Regen trieb die Menschen von der Straße und selbst wer ein Auto hatte, zog es an diesem Abend anscheinend vor, zu Hause zu bleiben.
Ein Klingeln über die Lautsprecher zeigte einen eingehenden Anruf an. Auf dem Display des Navigationsgerätes tauchte die Nummer des Präsidiums auf. Es konnte nichts Gutes bedeuten. Seemann überlegte, ob er den Anruf ignorieren oder annehmen sollte. Er ließ es noch zwei Mal klingeln und drückte dann auf den grünen Hörer am Lenkrad.
"Seemann!", sagte er.
"Seemann, hier ist Konrad Mühlenbach."
Ausgerechnet Mühlenbach. Sein neuer Chef, der vor drei Wochen die Abteilung übernommen hatte. Die beiden waren bereits in den ersten Tagen mehrfach aneinander gerasselt. Es mochte daran liegen, dass Mühlenbach mit Seemanns Ex-Frau zusammenlebte, von der er sich vor einem halben Jahr getrennt hatte. Seemann vermutete, dass seine Frau sich für das, was man einen fließenden Übergang nennt, entschieden hatte, auch wenn er es letzten Endes nicht beweisen konnte. Aber Seemann war sich sicher, dass er ihn auch so nicht gemocht hätte.
"Was ist, soll ich noch in die Waschanlage fahren?", fragte Seemann mürrisch.
"Seemann, Sie müssen sich einen kollegialeren Umgangston zulegen." plärrte es aus dem Lautsprecher.
"Geschenkt!", erwiderte Seemann.
"Fahren Sie zum Michel. Wir haben eine Leiche."
"Ist das was für uns? Ich habe keine Lust mich für Nichts und wieder Nichts nass regnen zu lassen."
"Laut den Kollegen von der Streife ist sie mit Pfeilen durchlöchert."
"Spricht nicht gerade für eine natürliche Todesursache."
"Seemann, Sie sind ein fabelhafter Ermittler. Ich wäre nie ohne Sie darauf gekommen."
"Jaja, Sie mich auch. Ich kümmere mich drum."
Ohne eine weitere Antwort abzuwarten drückte er auf die Taste zum Beenden der Verbindung.
Er ließ das Fenster ein Stück herunter, pflanzte das Blaulicht aufs Dach und gab Gas.
***
Der Tatort war bereits weiträumig abgesperrt.
"Sie sind Seemann, oder? Ich Rainer Hochwald", begrüßte ihn ein Beamter der Schutzpolizei.
Seemann nickte.
"Was habt ihr für mich?"
Er hatte keine Lust auf Smalltalk. Der Regen prasselte auf die Szenerie herab und er wollte sich so wenig wie möglich der Nässe und Kälte aussetzen.
"Eine Leiche im Regen. Durchbohrt von Pfeilen. Die KTU ist schon vor Ort."
"Wer ist der Tote?"
"Sein Name ist Jan Kortmann. Seine Brieftasche lag ausgeräumt neben ihm, die Ausweise und Kreditkarten lagen hier verstreut im Regen."
"Raubmord?", wollte Seemann wissen.
"Mit Pfeil und Bogen?" Hochwald zog skeptisch die Augenbraue hoch.
"Vielleicht ist Robin Hood ja nach Hamburg gezogen."
Seemann versuchte nicht süffisanter zu sein als notwendig. Er wusste, die Kollegen machten einen Knochenjob.
Zusammen mit Hochwald stieg er die Stufen zum Portal des Michels hinauf. Grelle Scheinwerfer erhellten den Platz.
Im Regen lag eine Gestalt, zusammengekrümmt. Um sie herum standen 3 Männer in weißen Schutzanzügen, zwei waren über die Leiche gebeugt, einer machte Fotos.
"Verdammt, warum wurde kein Zelt aufgebaut. Der Regen spült alles weg!", rief Seemann.
"Wir haben keine Zelte. Die sind alle schon auf dem Platz vorm Präsidium aufgebaut. Für das Polizeifest nächste Woche.", rief einer der Männer in weiß.
"Das darf doch nicht wahr sein. So eine Schlamperei.", schimpfte Seemann.
"Spielt eh keine Rolle. Es regnet schon den ganzen Tag und er ist schon über eine Stunde Tod. Der Regen hätte auch so alles weggeschwemmt."
Seemann erkannte Ralf Clement, den Chef der KTU. Die beiden verstanden sich in der Regel gut.
"Heute selbst draußen, Ralf?", wollte Seemann wissen.
"Ja, Personalmangel." Die beiden gaben sich kurz die Hand.
"Na fabelhaft. Und er ist mit Pfeil und Bogen erschossen worden?"
"Nein. Eher mit einer Armbrust. Drei Bolzen im Rücken. Eine vierter steckt in der Tür."
Ralf Clement ging auf das große Holzportal zu und zog den Bolzen heraus.
"Es sieht so aus, als hätte man ihn verfolgt und er wollte in der Kirche Schutz suchen. Die Tür war allerdings verschlossen und dann haben der oder die Täter ihn erwischt."
"Denkst Du, es waren mehrere?"
"Naja, vier Bolzen abzuschießen dauert schon eine Weile. Ich tippe auf mindestens zwei Schützen! Einmal nachladen kommt noch hin, aber drei mal halte ich für unwahrscheinlich. Genau sagen kann man das natürlich nicht."
"Sonst noch etwas gefunden?"
"Ja, einen Mitarbeiterausweis."
Ralf reichte Seemann einen durchsichtigen Plastikbeutel in dem eine Chipkarte mit Namen und Foto des Toten abgebildet war.
"WOCAM - GmbH. Nie gehört."
"Die sitzen neben der Staatsoper in bester Lage. Haben die Firma schon gegoogled."
"Habt ihr sonst noch was?"
"Nein, aber wir melden uns, sobald wir ihn aufgeschnitten haben und die Bolzen werden wir natürlich auch untersuchen."
"Ok, ich fahre ins Präsidium. Das war es dann wohl mit dem freien Wochenende."


Wie gesagt, ob Teil 2 - 10 in Kürze folgt, kann ich nicht vorhersagen, aber da man in Deutschland auch mit Ende 30 noch als Jung- und Nachwuchsautor gilt, habe ich es eh nicht sonderlich eilig. Für mich ist und bleibt das ganze ein kreativer Spielplatz, ein Hobby und eine spannende Erfahrung.

Kontakt zu Pius

Freitag, 1. Mai 2015

Vorläufiger Abschluss und Fazit des E-Book Experiments

Die jüngste Entwicklung

Mein letztes Buch ist relativ gut angekommen, so hat sich inzwischen sogar die Skala des Dashboardes insoweit verändert, dass nun nicht mehr in Einer- sondern in Fünferschritten gezählt wird. Man kann klar erkennen, dass meine letzte Veröffentlichung einen sehr positiven Effekt hatte und sich meine Verkäufe wieder deutlich steigern konnten. Insgesamt habe ich im April 101 Bücher verkaufen können, dazu kommen 191 Ausleihen, insgesamt konnte ich also knapp 300 Leser für meine Werke begeistern. Finanziell heisst das, dass ich mit meinem neuen Werk bereits nach knapp vier Wochen über 400,00 Euro generieren konnte, das ist der beste Start überhaupt, den eines meiner  E-Books bisher gehabt hat. Ich rechne fest damit, dass dieses Werk innerhalb der nächsten Monate einen vierstelligen Return of Invest generieren wird. 

Zum Vergrößern klicken


















Das große Fazit


Ich muss zugeben, dass mein Fazit relativ übersichtlich ausfällt, auch wenn die Zwischenüberschrift anderes verspricht. Mein Versuch hat denke ich gezeigt, dass man mit bescheidenem Aufwand ein kleines Zubrot verdienen kann. Ich habe insgesamt acht Bücher online gestellt, von denen sich zwei sehr gut, fünf durchschnittlich und eines sehr schlecht verkauft hat. Jemand der etwas Talent und viel Zeit hat, kann auf jeden Fall mit einem relativ entspannten Aufwand ein gutes Auskommen erwirtschaften. Ich selbst konnte einen mittleren vierstelligen Betrag generieren, wobei ich natürlich nur wenige Tage Nettoarbeitszeit investiert habe. 

Was bringt die Zukunft

Ich habe mich beruflich orientiert und meine neue Tätigkeit wird mir zunächst nur wenig Freiräume lassen, um regelmäßig Veröffentlichungen vorzunehmen. Aus diesem Grund werde ich das Projekt, zumindest was die kommerzielle Seite angeht, zunächst ruhen lassen. Als reines Hobby werde ich das Schreiben allerdings beibehalten und in meiner Freizeit einfach mal etwas rumprobieren. 
Sollte ich etwas veröffentlichen, dann vermutlich zunächst als Blog und nicht kommerziell, dafür aber unter einem Pseudonym. Das steht aber noch in den Sternen. 

Wo findet man guten Rat?

Dieser Blog wird wohl ebenfalls etwas ruhen, vielleicht aber auch mit einem neuen Thema wiederbelebt, das weiss ich noch nicht. 
Erster Anlaufpunkt für weitere Infos und Diskussionen könnten Facebookgruppen wie diese hier sein, in der inzwischen mehrere Tausend Mitglieder vernetzt sind. Achtet darauf, die üblichen Gepflogenheiten einzuhalten (Fragen erst einmal mit der Suchfunktion abgleichen, keine plumpe Werbung, etc.). 
Größere Treffen von Autoren könnten ebenfalls hilfreich sein, wie z.B. der Seif-Publishing Day, ich gehe aber davon aus, dass es auch andere Treffen geben wird, die spannend sind. 

Beste Grüße,

Pius